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- Gebäudeklasse 3
FHS2 // Umbau und Modernisierung einer denkmalgeschützten Villa, Dresden
Die um 1898 errichtete Villa Somerville in Dresden ist ein eindrucksvolles Zeugnis der repräsentativen Wohnarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Besonders prägend sind die reich gegliederte Fassade, die aufwendige Dachlandschaft mit ihren markanten Giebeln und die vorgelagerten Fachwerkzielelemente. Auch im Inneren zeugen historische Stuckdecken, aufwendig gearbeitete Türen und ein vollständig mit Holz ausgekleideter Raum aus den 1930er Jahren vom einstigen gestalterischen Anspruch des Gebäudes. Seine wechselvolle Nutzungsgeschichte spiegelt zugleich die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des vergangenen Jahrhunderts wider. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa zunächst als Offizierskasino der sowjetischen Streitkräfte, später als Säuglingsheim und schließlich zu DDR-Zeiten als Kindergarten. Nach der Wiedervereinigung wurde das Gebäude an die ursprünglichen Eigentümer beziehungsweise deren Rechtsnachfolger zurückübertragen und stand anschließend über viele Jahre leer. Durch die unterschiedlichen Nutzungen und den langen Leerstand ging ein erheblicher Teil der ursprünglichen Ausstattung und historischen Bausubstanz verloren.
Im Jahr 2018 wurde die denkmalgeschützte Villa von den heutigen Eigentümern erworben, um sie langfristig zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Die umfassende Revitalisierung ist für die Jahre 2027 bis 2028 vorgesehen. Ziel ist es, die ursprüngliche architektonische Qualität des Gebäudes wieder stärker erlebbar zu machen und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Nutzung zu schaffen. Hierzu sollen nachträglich errichtete Anbauten zurückgebaut und Veränderungen der inneren Raumstruktur, die im Zuge der unterschiedlichen Nutzungen entstanden sind, soweit möglich rückgängig gemacht werden. Künftig werden zwei hochwertige Büroeinheiten und zwei Wohnungen entstehen. Die gesamte technische Gebäudeausrüstung wird dabei erneuert und an die heutigen Anforderungen angepasst, ohne den historischen Charakter des Hauses unnötig zu beeinträchtigen.
Eine besondere Herausforderung stellt die denkmalgerechte Wiederherstellung der aufwendigen Fassadengestaltung dar. Insbesondere die vorgeblendeten Fachwerkzielelemente der Giebel erfordern eine sorgfältige Bestandsaufnahme und eine handwerklich anspruchsvolle Restaurierung. Dabei gilt es, möglichst viel der vorhandenen Substanz zu bewahren und geschädigte Bauteile material- und konstruktionsgerecht zu ergänzen. Ähnlich anspruchsvoll ist der Umgang mit den verbliebenen historischen Ausstattungsdetails im Gebäudeinneren. Neben den Stuckdecken und bauzeitlichen Türen verdient insbesondere das vollständig holzvertäfelte Zimmer aus den 1930er Jahren besondere Aufmerksamkeit. Diese wenigen erhaltenen Zeugnisse der ursprünglichen und späteren hochwertigen Innenausstattung sollen sorgfältig aufgearbeitet und in das neue Nutzungskonzept integriert werden. Gleichzeitig müssen die über Jahrzehnte entstandenen Veränderungen und Schäden behutsam beseitigt werden.
Auch bei der Villa Somerville spielt die Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle. Trotz der denkmalpflegerischen Einschränkungen soll durch eine gezielte Innendämmung dort, wo sie bauphysikalisch sinnvoll und erforderlich ist, ein verbesserter energetischer Standard erreicht werden. Die Wärmeversorgung ist über eine moderne Wärmepumpe vorgesehen. Die Verbindung aus denkmalgerechter Restaurierung, zeitgemäßer Gebäudetechnik und hochwertiger Innenraumgestaltung soll zeigen, wie auch ein über 125 Jahre altes Gebäude langfristig und wirtschaftlich sinnvoll weitergenutzt werden kann. So erhält die Villa Somerville nach einer wechselvollen Geschichte und Jahrzehnten des Leerstands eine neue Perspektive und zugleich ein wesentliches Stück ihrer ursprünglichen Identität zurück.
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