Ausgangslage
Soziale Immobilien sind anspruchsvoll. Sie müssen den Bedürfnissen ihrer Nutzer gerecht werden, den Abläufen von Pflege- und Betreuungspersonal folgen, strenge Vorgaben aus Heimrecht, Kita-Richtlinien und Brandschutz erfüllen – und sich trotzdem wirtschaftlich betreiben lassen. Ein Grundriss, der Pflegekräften in jeder Schicht unnötige Wege abverlangt, kostet über die Nutzungsdauer ein Vielfaches dessen, was eine bessere Planung gekostet hätte.
Wir planen deshalb vom Alltag her: Wie bewegt sich ein Kind durch das Haus, wie eine Bewohnerin mit Rollator, wie eine Pflegekraft in der Nachtschicht?
Und wie wird ein Gebäude gestaltet, in dem Menschen nicht untergebracht werden, sondern leben?
Weil Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Ernstfall auf Hilfe angewiesen sind, ist der Brandschutz hier besonders anspruchsvoll – und bei uns von Anfang an Teil des Entwurfs.
Leistungen
Unsere Leistungen
Kindergärten und Bildungsbauten, inklusive integrativer Konzepte
Seniorenwohnen, Betreutes Wohnen und Mehrgenerationenkonzepte
Wohngruppen für außerklinische Intensivpflege
Pflegeeinrichtungen: Machbarkeit, Nutzungskonzept, Genehmigungsplanung
Brandschutz für Nutzungen mit eingeschränkter Selbstrettung
Schwerpunkte
Ausgewählte Projekte
Mehrgenerationenhaus Dessau
Seniorenwohnen und Kindergarten unter einem Dach – eine Projektentwicklung auf eigene Initiative und eigene Kosten
- Dessau
Kindergarten und Betreutes Wohnen
Bilingualer, integrativer Kindergarten mit rund 45 Plätzen und rund 30 Einheiten Betreutes Wohnen
- 2021
Pflegeheim Gera
Projektstudie
- Sozialbau
Brandschutzkonzept Sozialstation
Brandschutz im Bestand
- Bildungsbau
Brandschutzkonzept Umbau Schule
Brandschutz im Umbau
Aus der Praxis
Richard Gunkel: „Vom Zivildienst bis zur Kita meines Kindes“
Bewusst wahrgenommen habe ich das Thema zum ersten Mal Mitte der 1990er-Jahre, vor dem Studium, im Zivildienst in einem Senioren- und Pflegeheim. Das Haus war nicht schlecht, aber auch nicht gut: Ich habe damals jeden Tag erlebt, wie planerische und gestalterische Entscheidungen den Alltag von Bewohnern und Pflegekräften erschweren, obwohl es mit wenig Mehraufwand anders gegangen wäre. Ich habe mir damals gesagt: Das kann man besser machen.
Jahre später begegnete mir dieselbe Erkenntnis von der anderen Seite des Lebens – als Vater, auf dem Weg meines Kindes durch Krippe und Kindergarten. Auch dort gibt es Verbesserungsbedarf, und nicht nur im Detail. Manche Fragen müssen grundsätzlicher gestellt werden: Wie wollen wir für Junge und Alte bauen? Wie werden wir dem demographischen Wandel baulich gerecht?
Aus dieser Verantwortung heraus entwickeln wir in Kooperation mit einem Projektentwickler derzeit auf eigene Kosten ein Mehrgenerationenprojekt in Dessau, das Seniorenwohnen und Kindergarten unter einem Dach verbindet. Die Idee dahinter ist einfach: Ältere Menschen, die ohne Aufgabe oft schneller abbauen und sich nutzlos fühlen, finden wieder eine Rolle. Kinder profitieren vom Erfahrungsschatz der Alten. Und Eltern, die heute oft beide arbeiten und wenig Zeit haben, gewinnen ein Umfeld, das mehr leistet als Betreuung. Architektur kann das nicht allein lösen. Aber sie entscheidet, ob solche Begegnungen im Alltag stattfinden oder an Fluren, Treppen und Zuständigkeiten scheitern.

Nächster Schritt
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